Wenn Ängste ein gelingenes Leben verhindern!

Angst – Motivator oder Bremspedal?

Angst steigert die Konzentration in brenzligen Situationen wie etwa bei einer entscheidenden Prüfung oder einer schwierigen Bergtour. Ist sie nicht zu stark ausgeprägt, kann sie ein Motivator sein und die Leistung verstärken. Ein Zuviel hingegen beeinträchtigt Denken, Konzentration und Verhalten bis hin zur völligen Blockade oder panischen Kurzschlussreaktion. Das bedeutet, das Gefühl der Angst kann förderlich oder blockierend sein – abhängig vom Ausmaß. Lange andauernde starke Ängste laugen nach und nach aus. Schlafstörungen oder Depressionen können entstehen und ein gelingendes soziales Leben verhindern.

Angstzustände sind ein weitverbreitetes Problem. Rund zehn Prozent der Allgemeinbevölkerung leiden  an Angststörungen. Besonders oft kommen soziale und spezifische Phobien, z.B. Spinnen, vor. Wer unter einer Angststörung leidet, läuft Gefahr, auch andere psychische Erkrankungen wie Suchterkrankungen und  Depression zu entwickeln. Es kommt zu massiven Angstreaktionen, obwohl keine akuten extremen Bedrohungen und Gefahren bestehen. Die ängstlichen Gefühle führen zu Kontrollverlust und mitunter zu starken körperlichen Begleitsymptomen. Häufig werden angstauslösende Situationen vermieden, was zu – teils starken – Beeinträchtigungen des Lebens führt. Nicht die Vermeidung, sondern die Bewältigung von Ängsten wirkt sich positiv auf  ein gelungenes Leben aus.

Unter dem Oberbegriff „Angst- und Panikstörungen“ werden verschiedene Krankheiten zusammengefasst. Unterschieden wird Angst, die unabhängig von einem Objekt oder einer Situation ist (generalisierte Angststörung, Panikstörung), und Angst, die von einem Objekt oder einer Situation abhängig ist (Phobie, z.B. soziale Phobie). Bei sehr stark empfundener Angst kann es  zu vegetativen Begleiterscheinungen wie Herzrasen,  Schwindel, Übelkeit und motorischer Ausfälle kommen (Panikattacken). Wie andere Gefühle ist auch Angst körperlich wahrnehmbar. Ob Herzklopfen, Schweiß, Zittern oder ein Kloß im Hals – diese Emotion lässt niemanden kalt. Wenn auch nicht immer und von jedem gleichermaßen deutlich wahrnehmbar, so gibt es doch keine Angst ohne dazugehörige körperliche Empfindungen.

Primäre oder sekundäre Angstsyndrome? Abklärung durch Facharzt erforderlich

Beim primären Angstsyndrom handelt es sich um eine eigenständige,  charakteristische Angstform, von der keine reale Bedrohung ausgeht. Das sich einstellende Angsterleben verursacht bei den betroffenen Personen aber trotzdem ein Leiden.

Beim sekundären Angstsyndrom handelt es sich um Angstzustände, die aufgrund einer somatischen (körperlich / internistischen oder zerebralen / neurobiologischen) Grunderkrankung auftreten (z.B. epileptische Angstzustände, Schilddrüsenüberfunktion oder koronare Herzerkrankung). Bei der sekundären Angstform wird einerseits die medizinische Grundkrankheit durch einen Facharzt behandelt und andererseits die Angst eigenständig betrachtet.